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Thema: Karnismus

  1. #1
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    Standard Karnismus

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    Nachdem ich nun schon ein paar Mal ein paar Dinge gepostet habe, die mich traurig machen, würde ich gerne einen eigenen Thread dazu aufmachen und ihn "Karnismus" nennen.

    Wer den Ausdruck nicht kennt, schaut sich hier dieses Video an:
    https://www.youtube.com/watch?v=ao2GL3NAWQU

    "Hast du dich schon mal gefragt, warum du Hähnchenflügel, aber nicht Schwanenflügel isst?"
    Die Frage wird vermutlich nur befremdetes oder angeekeltes Kopfschütteln hervorrufen.

    Wenn uns aber bewusst wird, dass dies eine reine Frage der Konditionierug ist, denkt anders darüber und kann gewisse Mechanismen unterbrechen.
    Muslime ekeln sich ebenso sehr vor Schweinefleisch, wie wir vor Hundefleisch. Alles eine Frage der Konditionierung.

    Mag sich jemand zu dem Thema äussern? Hier sind soviele tolle und empathische Frauen (allein das erkennt man in Pearlis Katzenkind-Thread), ich gebe also die Hoffnung nicht auf, hier auf Gleichgesinnte zu stossen

    LG, Zingaro

  2. #2
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    Eine Gleischgesinnte bin ich natürlich nicht aber trotzdem hab ich mal ein paar Minuten reingeschaut. Leider komplett auf Englisch. Ich verstehe es nur teilweise.
    Aber um deine Frage bzgl. der Schwanenflügel zu beantworten... es gibt sie nicht zu kaufen, würden sie angeboten, würde ich davor sicher
    nicht zurückschrecken. Ich esse auch die Flügel von der Gans, die ich an Weihnachten zubereite (ich koche Suppe daraus). So groß wird der geschmackliche Unterschied zwischen Schwan und Gans wohl nicht sein.
    Was die Konditionierung angeht, so bin ich wie (fast?) alle Kinder meiner Generation natürlich mit Fleisch und Fisch großgeworden. Trotzdem mag ich persönlich z.b. weder Fleisch von Schafen oder Pferden. Ich finde den Geruch widerlich. Das ist aber eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mein Exmann findet Pferdefleisch köstlich und meine Mutter läßt für ein paar Lammkoteletts jedes andere Essen stehen.
    Bei pflanzlichen Lebensmitteln ist es doch genau so, manche mag man, manche sind ok, bei wieder anderen verzieht man das Gesicht.
    Ich erinnere mich an den Grünebohneneintopf meiner Kindheit. Ich hab das Fleisch, die Brühe und die Kartoffelstückchen sehr gern gegessen.
    Die Bohnen hingegen fand ich schrecklich, weil die damals (ich glaube inzwischen hat man das rausgezüchtet) so Fäden an den Seiten hatten, die dann in der Suppe schwammen. Das war für mich total ungenießbar. Bis heute schüttelt es mich, wenn ich an diese Suppe denke.
    Mit dem Schlachten von Tieren, die man essen möchte, habe ich keine Probleme. Ich bin als Dorfkind damit aufgewachsen. Es war immer ein großes Fest, wenn in der Nachbarschaft geschlachtet wurde, viel Arbeit auch, weswegen man sich untereinader half, und wir Kinder waren immer mitten drin. Ganz natürlich. Wir haben zugeschaut, wie man den Tieren (meist Schweine) ein Bolzenschußgerät an die Stirn hielt. Dann ein dumpfer Knall und das Schwein war tot. Das war so normal für uns wie das Leberwurstbrot zum Frühstück. Der Kreislauf des Lebens.
    Ethische Probleme mit dem Verzehr von Fleisch habe ich keine. Die meisten Tiere decken ihren Eiweißbedarf durch den Verzehr von Fleisch anderer Tiere, warum sollte das beim Menschen anders sein? Die erste Nahrung, die wir zu uns nehmen, ist im Idealfall Muttermilch, wenn man so will ein tierisches Produkt. Ich kann daran nichts falsches erkennen. Lediglich die Massentierhaltung ist problemamtisch und gehört verändert.
    Ich praktiziere zeitweise Paleo-Ernährung und halte den Verzehr von Fleisch für wesentlich natürlicher und gesünder als z.b. das Essen von Zucker oder Getreide. Das mag für manchen empathielos scheinen. Ich finde es völlig natürlich und normal.
    Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. H. Hesse

  3. #3
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    Ich möchte hier wirklich gerne oben genanntes Thema bzw. das Video diskutieren.
    Schalt doch einfach die deutschen Untertitel dazu ein, ansonsten ist das hier wirklich sinnlos.

  4. #4
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    Ich finde das totalen Quatsch.

  5. #5
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    natürlich wird man konditioniert. Es gibt sogar ein Sprichwort drüber "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht"

    Hat mit dem Geschmack der Eltern und was sie gut finden und einem näher bringen und der Gesellschaft in der man lebt zu tun. Da muss ich mir nicht den Erklärbär auf Youtube für anschauen.
    alle dummen Elsen auf Ignore!


  6. #6
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    Ich habe mir das Video nicht ganz angesehen, aber ich kenne auch von meiner ostfriesischen Oma das Sprichwort :
    Wat de Buer nich kennt, datt frett he nich'.
    Wer weiß....wenn wir mit Schweinemilch großgezogen wären, würden wir es ja nicht anders kennen.
    Genauso ist es doch mit den Insekten, wie Mehlwürmern oder Heuschrecken.
    Ich esse zwar Tintenfische, und alles mögliches an Meeresfrüchten, aber Schnecken sind auch schon grenzwertig bei mir

  7. #7
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    Ich hab Schwan in England, Meerschweinchen in México, Meeresschnecken in der Karibik und Känguru bei einer australische Freundin gegessen, da bin ich einfach neugierig.
    Klar wird man durch die Familie, die Gesellschaft in der man lebt und den geografischen Gegebenheites seiner Heimat geprägt, dann kommen mit der Zeit noch persönliche Erfahrungen, Einstellung und Geschmack dazu.
    Mir ist dabei aufgefallen, das ich bei Geflügel meinst Pute kaufe, da ich Hühner toll finde und da einen persönlichen Bezug zu dieser Tierart habe und die wohl deshalb weniger häufig als Lebensmittel einkaufe.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Zingaro Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier wirklich gerne oben genanntes Thema bzw. das Video diskutieren.
    Was genau willst du diskutieren, wenn du hoffst, auf Gleichgesinnte zu treffen? Oder möchtest du Überzeugungsarbeit leisten, dass Fleisch essen falsch ist?

    Wann hast du bewusst entschieden, kein Fleisch mehr zu essen oder bist du von Haus aus darauf konditioniert worden? Hat jemand Überzeugungsarbeit geleistet oder bist du von alleine darauf gekommen?

    Ich vergleich das mal mit Rauchen und Nichtrauchen. Ich war starke Raucherin und war sicherlich durch meinen rauchenden Vater und vielleicht auch Werbung darauf konditioniert. Irgendwann fand ich Rauchen nicht mehr so pralle und habe drei Jahre gebraucht, bis ich damit ganz aufgehört habe. Jetzt bin ich viele, sehr viele Jahre rauchfrei und finde das ganz wunderbar.

    Überzeugungsarbeit bei anderen Rauchern kann und will ich nicht leisten. Wozu auch? Das sind erwachsene Menschen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen können und dürfen (und die allermeisten wissen um die Schädlichkeit des Rauchens).

    Ähnlich sehe ich es beim Fleischessen. Wir wissen von schrecklichen Zuständen bei Tierhaltung, -transport und -tötung. Trotzdem entscheiden Fleischesser - aus welchen Gründen auch immer - sich für den Verzehr. Das sind erwachsene Menschen, die sich für Fleischverzehr bewusst entschieden haben, obwohl sie anderes Wissen haben.

    Und warum essen wir bestimmtes Fleisch? Weil es verfügbar ist. Ich könnte mich nicht daran erinnern, dass ich auf Lamm konditioniert wurde, aber auf Schwein. Lamm mag ich trotzdem, Schwein eher nicht. Als Kind bin ich massivst z. B. auf Fisch (Fischerfamilie) konditioniert worden. Ich habe es gehasst und gerne nach dem Verzehr gespuckt. Heute esse ich sehr häufig und mit großem Genuss Fisch. Allerdings - ja ich weiß, ist kein Fleisch - mochte ich als Kind auch keinen Spargel und heute bin ich ganz verrückt danach.

    Solche Beispiele kennen bestimmt auch einige Frauen, die hier schreiben. Mir zeigt es, dass frühe Kindheitskonditionierungen mit wachsendem Wissen umkehr- oder veränderbar sind. Aber das sind persönliche Entscheidungen, die oft schwer diskutierbar sind. Ich habe daran schon Freundschaften zerbrechen sehen und ich meine mich zu erinnern, dass wir hier auch schon ähnliche Diskussionen hatten, die nichts, ausser Unversöhnlichkeit und Abneigung, gebracht haben.

  9. #9
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    Gästin, Du sprichst hier das Rauchen an. Man kann niemanden missionieren, was natürlich stimmt.


    Wenn jemand raucht, ist mir das 100% egal. Mir schadet das nicht im geringsten.
    Wenn jemand Fleisch konsumiert, sieht das schon anders aus. Es betrifft uns alle!




    Fakt ist, dass bei der Herstellung von Fleisch werden gewaltige Mengen an Rohstoffen und Ressourcen verbraucht werden:
    – Zur Herstellung von 1 kg Rindfleisch wird 15’000 Liter Wasser verbraucht (Schweinefleisch 10’000 Liter pro Kilo). Gleichzeitig haben weltweit 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.


    Methan/Kohlendioxid:
    Die Herstellung von 1 kg Fleisch verursacht 36 kg Kohlendioxid und belastet damit das Klima so stark wie 250 km Autofahrt. Bei der Verdauung der Rinder entsteht Methan, das ein noch viel stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid. Die Mengen sind riesig: etwa 200 Liter pro Rind und Tag. Weltweit sind es ca. 20 Milliarden Nutztiere.


    Antibiotikaresistenz:
    In Deutschland wird 170 Milligramm Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch eingesetzt -> Antibiotikaresistenz (an denen europaweit ca. 25’000 Menschen sterben).


    Regenwald:
    Der Regenwald wird immer stärker abgeholzt, damit Getreide für die Nutztiere angepflanzt werden kann. Nach ca. drei Jahren ist der Boden derart übersäuert und arm an Nährstoffen, dass er nicht weiter bepflanzt werden kann. Also wird immer weiter abgeholzt.


    Hunger:
    Auf der Erde hungern über 850 Millionen Menschen trotz des weltweiten Getreideertrags von 1,6 Milliarden Tonnen. Das heisst, für jeden der rund 6,6 Milliarden Menschen gäbe es rein rechnerisch pro Tag 652 Gramm Getreide. Doch knapp die Hälfte des Getreideertrags und 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen landet in den Trögen der 20 Milliarden weltweit vorkommenden Nutztiere.




    Mir persönlich wird schlecht bei diesen Zahlen.
    Wie nur kann man trotz diesen Fakten einfach so weitermachen wie bisher, Augen zu und in die Wurst reinbeissen?
    Alles egal? Hauptsache ICH bekomme meine Portion Fleisch, die ich mir einfach fein säuberlich abgepackt im Supermarkt holen kann? Nach mir die Sintflut?


    Ein befreundeter Lehrer erzählte mir kürzlich von einem Projekt seiner Viertklässler. Jeder durfte sich selbst „sein" Thema aussuchen, das ihn stark beschäftigt. Ein drittel aller Schüler haben Tier- und/oder Umweltschutz gewählt und dann selbst gebastelte Flyer unter die Leute gebracht (übrigens hat ausgerechnet die Tochter des Metzgers sehr selbstbewusst Tierschutz gewählt). Das hat mich enorm berüht und ich habe grosse Hoffnung in diese nächste Generation. MEINE Generation hat in der Schule Aschenbecher gebastelt, täglich Fleisch konsumiert, fuhr mit Dreckschleudern herum, hat sämtliche Abfälle direkt im Garten verbrannt und natürlich Tierfabriken gebaut.


    Warum ziehen wir nicht alle am gleichen Strick, wenn wir doch auch alle auf dem gleichen Planet sitzen? Warum tut nicht jeder das, was ihm persönlich halt möglich ist? So wie die tollen Spendenaufrufe in der Tauschbörse: jede schickt, was ihr möglich ist und hat das gute Gefühl, mitgegeholfen/mitgetragen zu haben. Warum macht auch hier nicht jeder, was ihm halt möglich ist, und sei es auch nur, mal innezuhalten, nachzudenken und bewusst mal auf Fleisch und Milch zu verzichten? Statt dessen kommen oft Trotzreaktionen wie „Jetzt hole ich mir grad extra zwei Burger“. „Der Regenwald ist so weit weg, das alles kratzt mich nicht“.


    Hä? Das also soll die "Spitze der Spezies" sein?




  10. #10
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    Also, ich stelle fest, es geht Dir nicht drum, über das von Dir genannte Thema bzw. den Begriff zu diskutieren, sondern letztendlich über Fleischkonsum etc. zu predigen.
    Das ist das, was ich mir anfangs schon gedacht habe...

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