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Thema: Vom Winde verweht

  1. #1
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    Standard Vom Winde verweht

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    läuft gerade auf Sky. Ich habe das Buch in Englisch und Deutsch gelesen und den Film mehrfach gesehen. Aber ich wundere mich: von "Political Correctness" her gesehen ist der Film doch heutzutage ein NoGo, oder?
    Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unserer körperlichen Verlangen zu töten. (Gandhi)

  2. #2
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    Zu seiner Zeit hat sich vermutlich niemand daran gestört.
    Ich finde es falsch Literatur o.ä. mit Gewalt an die heutige Zeit anzupassen. Man sollte es lesen als was es ist, nämlich ein Stück Zeitgeschichte.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Rani Beitrag anzeigen
    Zu seiner Zeit hat sich vermutlich niemand daran gestört.
    Ich finde es falsch Literatur o.ä. mit Gewalt an die heutige Zeit anzupassen. Man sollte es lesen als was es ist, nämlich ein Stück Zeitgeschichte.
    So sehe ich das auch.
    Dieses Buch war das erste, das mir mein Vater seinerzeit aus useren "Erwachsenenbüchern" auswählte. Ich war 16 und Anlass war ein Referat in der Schule zum Thema "Amerikanischer Bürgerkrieg". Für mich verlor dieser Krieg dadurch etwas von seiner Abstraktheit - und nebenbei lernte ich Frakturschrift lesen.
    Über kurz oder lang kann das nimmer länger so weitergehen,
    ausser es dauert noch länger, dann kann man nur sagen,
    es braucht halt alles seine Zeit, und Zeit wär´s, dass es bald anders wird. (Karl Valentin)

  4. #4
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    Die Rezeptionsgeschichte ist schon immer kontrovers gewesen. Ich finde, man darf es auch heute noch lesen - mit dem notwendigen kritischen Abstand. Die beschönigende Haltung zur Sklaverei und die rassistische Zeichnung einzelner Figuren ist heute schwer zu ertragen, aber der Einblick ins Gedankengut der Profiteure ist doch auch recht interessant. Als dramatische Darstellung unterschiedlicher selbstbestimmter Frauen ist es sowieso interessant, wenngleich das natürlich die rassistischen Züge keineswegs entschuldigt. Auch die Darstellung eines Lebens vor, im und nach dem Krieg ist sehr eindrücklich. Es gibt aber doch einen lebendigen Einblick in eine Gesellschaft, die uns ohne dieses Werk weitgehend unbekannt geblieben ist. Und das im doppelten Sinne, denn es zeigt uns ja nicht nur die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, sondern durch die Verfilmung ein Stück Geschichte Hollywoods und der Auseinandersetzung der Gesellschaft im Nachhinein.
    Mache mir Gedanken über Hautpflege und Make Up. Mein Handy behauptet hartnäckig "kein Gesicht erkannt".

  5. #5
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    Zitat Zitat von Rani Beitrag anzeigen
    Zu seiner Zeit hat sich vermutlich niemand daran gestört.
    Ich finde es falsch Literatur o.ä. mit Gewalt an die heutige Zeit anzupassen. Man sollte es lesen als was es ist, nämlich ein Stück Zeitgeschichte.
    Ich stimme dir zu.
    Heute hat man einen anderen Blick darauf, sollte m.M. nach aber eben die Zeitgeschichte sehen.

    Btw , letzte Woche gab es in der Schule Schaumküsse mit Schokoladenüberzug.
    Die Lehrerin (20 Jahre jünger als ich) nannte sie Mohrenköpfe.
    Ich fand das jetzt nicht so schlimm, kenne es halt so aus meiner Jugend und meine es gewiß nicht rassistisch.

    Bei uns gab es damals Mohrenkopfweck, Sarotti Schokolade mit dem Mohren und Zigeunerschnitzel.

    Ich dachte und denke mir bis heute nix dabei und bin wirklich fernab von Rassismus.
    Aber muss man wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen?

    Dass hilft m.M. keinem rassistisch verfolgetem Menschen, da hilft nur ein beherztes Einschreiten, evtl. auch Polizei informieren,
    wenn ein "Mohr" angegangen wird.
    Liebe Grüße
    Catweezle

  6. #6
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    Naja. Das ist irgendwie so wie ein Antikriegsfilm .

  7. #7
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    Zitat Zitat von Catweezle Beitrag anzeigen
    Btw , letzte Woche gab es in der Schule Schaumküsse mit Schokoladenüberzug.
    Die Lehrerin (20 Jahre jünger als ich) nannte sie Mohrenköpfe.
    Ich fand das jetzt nicht so schlimm, kenne es halt so aus meiner Jugend und meine es gewiß nicht rassistisch.

    Bei uns gab es damals Mohrenkopfweck, Sarotti Schokolade mit dem Mohren und Zigeunerschnitzel.

    Ich dachte und denke mir bis heute nix dabei und bin wirklich fernab von Rassismus.
    Aber muss man wirklich jedes Wort auf die Goldwaage legen?

    Dass hilft m.M. keinem rassistisch verfolgetem Menschen, da hilft nur ein beherztes Einschreiten, evtl. auch Polizei informieren,
    wenn ein "Mohr" angegangen wird.
    Sorry, aber egal wie du das meinst und was du dir dabei denkst oder nicht: Die Verwendung und Verharmlosung rassistischer Begriffe IST Rassismus, auch wenn es dir nicht bewusst ist. Sprache ist immer Ausdruck von Gedanken und Idee.
    Und diese Lehrerin sollte sich mal schleunigst in Anti-Rassismus weiterbilden, alles andere ist unerträglich.


  8. #8
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    Danke Paulinka.

    Gerade erst wurde doch wieder ausführlich darüber diskutiert, nach dieser unsäglichen Sendung "Die letzte Instanz".
    Geändert von Mathilda (17.03.21 um 21:47:37 Uhr)
    "Das hier... ist von Mathilda."

  9. #9
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    Ich finde auch, dass das heute anders betrachtet werden muss. Trotzdem lehne ich es ab, Literatur nun zu ändern, wie es teils vorgeschlagen wird. Da muss eher eine kritische Rezeption stattfinden. Ich persönlich versuche, das differenziert zu sehen, und ich verstehe gut, das Sprache kritisch gehandhabt werden muss. Trotzdem ist es ein Akt der Achtsamkeit, und ich finde es daneben, jedem, der wie ich in einer anderen Zeit aufgewachsen ist, persönlichen Rassismus zu unterstellen, weil mir mal ein Begriff herausrutscht. Als ic Kind war, wurde man noch beschimpft mit Sätzen wie "dich hätte man früher auch vergast". Dafür bin ich weit gekommen.

  10. #10
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    Manchmal ist es aber auch kein Drama, wenn in Büchern einzelne Worte abgeändert werden. ZB in Pippi Langstrumpf ist es doch keine Diskussion wert, wenn das Wort „Negerkönig“ ersetzt wird.

    Ansonsten bin ich bei Paulinka. Vielleicht „rutscht“ es einem mal heraus, aber dennoch sollte man da ganz bewusst sich solche Wörter abgewöhnen.

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